„Animals“ – Trump, illegale Einwanderung und die Medien

Ich bin wahrlich kein Freund von Präsident Trump. Ich habe das auch hier im Blog schon öfter zum Ausdruck gebracht.

Aber ich bin auch kein Freund von schlechtem Journalismus. Denn der kann mindestens genauso viel Schaden anrichten wie schlechte Politik.

In den Medien finden wir gerade einen großen Aufschrei darüber, dass Trump bei einer Aussprache im Weißen Haus Immigranten als „Tiere“ bezeichnet hat.

Hier ist der Clip, der in den Medien kursiert:

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Das ist ein ganz schön starkes Stück, dass Trump Immigranten als Tiere bezeichnet. Egal, ob es illegale Einwanderer sind, oder Flüchtlinge etc. So redet man nicht über Menschen.

Oder?

Es ist auch ein ganz schön starkes Stück, dass die Medien diesen Ausschnitt komplett aus dem Zusammenhang gerissen verwenden. Man muss sich nur die Mühe machen, zwei Minuten früher in die Aufnahme einzusteigen, um den Zusammenhang zu verstehen.

Hier ist der Beginn der Anmerkungen einer ICE Mitarbeiterin, die zu Trumps Kommentar geführt hat:

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Im Gespräch geht es um kriminelle aus mexikanischen Banden, die in die USA einreisen und die nur schwer aufgespürt und nur mit viel Aufwand aus dem Land geschafft werden können. Die Mitarbeiterin erwähnt direkt vor dem Beginn der Reaktion Trumps die MS-13 als Beispiel. Mit Bezug auf diese Aussage spricht Trump von „Tieren“.

Wieder könnte man sagen: Das ist trotzdem kein Grund, so über Menschen zu reden, auch wenn sie Kriminelle sind.

Wer aber ist die MS-13, die erwähnt wird? Sie gilt als eine der berüchtigsten und brutalsten Gangs weltweit.

Ein Beispiel für die Brutalität:

In den USA sorgt ein besonders grausamer Mord, der der Jugendbande Mara Salvatrucha zugeschrieben wird, für Schlagzeilen: Dem Opfer wurden der Kopf abgetrennt und das Herz aus der Brust geschnitten, wie örtliche Medien am Mittwoch (Ortszeit) berichteten. Die Leiche weise mehr als hundert Stichwunden auf, teilte die Polizei des Bezirks Montgomery mit. Sie wurde demnach in Wheaton, einem Vorort der US-Hauptstadt Washington im Bundesstaat Maryland, entdeckt. (Quelle: Welt)

Aufgenommen werden nur Mörder. Bei der Aufnahmeprüfung wird man von Gangmitgliedern verprügelt. Frauen haben die alternative Möglichkeit, sich einer Gruppenvergewaltigung zu unterziehen (Bild).

Es bleibt eine derbe Ausdrucksweise, die Trump gewählt hat. Aber es ist etwas ganz anderes, ob man über solche brutalen Gangs spricht und dabei erwähnt, dass sie „wie Tiere“ sind.

Oder ob man so über Flüchtlinge spricht, die sich einfach ein sicheres oder besseres Leben wünschen.

Die Medien verkaufen es so, als hätte Trump mit seinen Worte über Letztere gesprochen (Wie in diesem Tweet zu sehen), während der Kontext deutlich macht, dass er über Erstere gesprochen hat.

Die Medien tun sich mit so einem Vorgehen keinen Gefallen. Das war in den letzten Tagen auch schon bei den Revolten in Israel zu sehen. In allen Berichten wird beklagt, wieviele Opfer es bei den „friedlichen und berechtigen Protesten“ der Palästinenser gab. Aber es wurde nicht erwähnt, dass a) es sich um gewaltsame Versuche gehandelt hat, die Grenzen eines souveränen Staates zu durchbrechen, b) Hamas selbst darüber gesprochen hat, dass sie nicht friedlich protestieren wollen, sondern Israel mit Gewalt eindecken möchten und c) die Mehrheit der Opfer nachweislich Millizionäre der Hamas waren, und keine friedlichen Demonstranten.

Die großen Medien finden es unfair, wenn ihnen Einseitigkeit vorgeworfen wird. Sie beklagen den Vertrauensverlust. Sie betonen ihre zentrale Rolle für eine aufgeklärte Gesellschaft. Aber sie merken leider nicht, wie sie sich immer wieder selbst das Wasser abgraben. Sie sind leider nicht in der Lage, die eigene Einseitigkeit im Umgang mit vielen Themen überhaupt wahrzunehmen. Und das ist dramatisch, weil wir nichts dringender benötigen, als sauber arbeitende, objektive Medien, gerade in unserer immer komplexeren und unübersichtlicheren Welt.

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