➡️ Meine Feinde verteidigen

Die Kriminalisierung bestimmter Worte oder Reden kommt der Gedankenkontrolle so nahe, wie das in der Realität eben möglich ist: Ohne passende Worte fehlen uns die Mittel, unsere Umwelt auch nur gedanklich zu beschreiben, geschweige denn, uns über sie auszutauschen und zu neuen Gedanken anregen zu lassen. „Die Bedeutung der Redefreiheit“, so der britische Wissenschaftsautor und Philosoph Kenan Malik, „liegt darin, dass sie die Voraussetzung bildet, jedwedes politische, soziale, moralische oder auch persönliche Problem zu durchdenken, den eigenen Horizont zu erweitern, die Standpunkte anderer zu verstehen und den eigenen Standpunkt zur Debatte zu stellen.“

Die Durchsetzung der Redefreiheit als Grundrecht und Fundament einer demokratischen Öffentlichkeit war Ergebnis eines langwierigen sozialen Prozesses, an dessen Ende unsere heutigen Gesellschaften stehen, die das Wort eher in der Nähe des Gedankens sehen, als in der Nähe der Tat. Dieser Konsens fußt ausdrücklich nicht darauf, dass eine Rede als solche nie schädlich sein könne, sondern darauf, dass Redefreiheit Voraussetzung unseres Mensch-Seins ist. Der in der Debatte um Hassrede und Rassismus im Netz zum Ausdruck kommende Trend, Worte wieder stärker in die Nähe der Tat zu rücken, gräbt daher am Fundament der modernen Gesellschaft.

🔗 Quelle

NRA und die Apotheose der amerikanischen Gründerväter

NRA TwitterDieses Bild twitterte die National Rifle Association (NRA) nach der Rede von Hillary Clinton auf dem Parteitag der Demokraten nach ihrer Nominierung als Präsidentschaftskandidat.

Grobe deutsche Übersetzung:

Frau Clinton, wenn Sie es auf die NRA abgesehen haben – wenn sie einen Kampf über die Gott gegebenen Rechte von 100 Millionen amerikanischen Waffenbesitzern führen wollen – wenn Sie diese Wahl in eine offene Auseinandersetzung über das Überleben unserer verfassungsmäßigen Freiheit verwandeln wollen … Dann. nur. zu.

Damit erschafft die NRA quasi im Handstreich einen neuen, amerikanischen Gründermythos. Denn das Recht auf Waffen wurde von den Gründervätern in die Verfassung aufgenommen. Wenn das ein Gott-gegebenes Recht ist, werden die Gründerväter zu Göttern erhoben (Apotheose). Anders macht diese Aussage keinen Sinn …

➡️ Kinder schränken ein

Für etwa die Hälfte der befragten Mütter und Väter (52 Prozent) gibt es darüber hinaus noch einen anderen Grund daran zu zweifeln, dass die Elternschaft eine richtige Entscheidung gewesen ist: Sie argumentieren, Kinder zu haben gehe mit einer Einschränkung der persönlichen Entfaltung einher. Bei denjenigen, die sich heute nicht noch einmal für Kinder entscheiden würden, sagen das sogar 74 Prozent.

Quelle: FAZ: Kinderkriegen? Viele würden im Nachhinein anders entscheiden