Toolbox: Countdown Timer in DaVinci Resolve erstellen

Seit ein paar Wochen poste ich regelmäßig Countdown Timer, die wir seit Neuestem für unsere Gottesdienste verwenden.

Ich hatte nach bereits vorhandenen Timern gesucht. Diejenigen, die ich gefunden habe, waren entweder a) Müll oder b) Teuer oder c) Beides. Darum habe ich nach einem einfachen Weg gesucht, solche Timer selbst herzustellen.

Zum Glück gibt es diese Möglichkeit und das Allerbeste daran ist auch noch: Es kostet nichts!

Und zwar kann man das mit dem Programm „DaVinci Resolve“ von Blackmagic umsetzen. Das ist ein sehr umfangreiches und mächtiges Videobearbeitungsprogramm, das auch in aufwendigen Kinoproduktionen Verwendung findet. Für den einfachen Gebrauch ist es aber kostenlos. Es gibt daneben noch eine Studio-Variante, die knapp 300€ kostet und zusätzliche Funktionen bietet. Die kostenlose Variante ist für meinen Zweck aber mehr als Ausreichend.

Man muss nur bedenken, dass Resolve bestimmte Anforderungen an die Hardware hat. Will man umfangreichere Projekte umsetzen, dann sollten Prozess, RAM und Graphikkarte entsprechende Leistung bieten. Auf der anderen Seite verwende ich es auf meinem Mac Mini 2018 mit 8GB RAM und es lässt sich mit gewissen Einschränkungen nutzen. Wobei ich davon ausgehe, dass ich Probleme bekommen würde, wollte ich bestimmte Funktionen mehr ausreizen.

Gut ist auch, dass das Programm auf allen gängigen Plattformen läuft: Mac, Windows und Linux.

Nach ersten Gehversuchen, habe ich zunächst eine etwas aufwendigere Variante gefunden, um einen Countdown Timer umzusetzen. Das Ergebnis war aber noch etwas holprig. Beim Übergang von vollen Minuten zur nächsten Sekunde der nächsten Minute (z.b. 01:00 auf 00:59), sprang der Timer zu schnell auf die 58. Sekunde. Dadurch lief der Timer unrund, auch wenn das Endergebnis dennoch passte und er voll 5 Minuten runterzählte. Und es war auch sehr aufwendig den Timer umzuarbeiten, weil man mit Keyframes etc. arbeiten musste.

Ich bin jetzt auf ein Video gestoßen, dass den Prozess stark vereinfacht und auch das Problem mit den verkürzten Sekunden gelöst hat.

Ich habe das entsprechende Tutorial auf YouTube hier unten eingebettet. Dazu muss ich nur als Hinweis geben, dass man als Option bei Text+ in Resolve nicht auf „Texttimer“ sondern „Timecode“ zurückgreifen muss. Dann kann man, wie im Video gezeigt, in Fusion bei „Modifiers“ tatsächlich auch die Werte so einstellen, wie im Video gezeigt. Der Trick besteht darin, negative Werte für den Timecode zu verwenden und die passende Frameanzahl anzugeben. Dafür multipliziert man die benötigten Sekunden (z.B. 5*60=300) mit 24 Frames (oder der Frame-Anzahl, die man benötigt) und erhält dann das passende Ergebnis: 300*24=7200.

📚 Buchbesprechung: Zeit des Umbruchs

Es bewegt sich viel in der christlichen Welt. Christliche Kirchen streiten sich über ethische Fragen, z.B. über die Ehe für alle und wie man damit umgehen soll. Bekannte christliche Leiter wie Joshua Harris wenden sich vom Glauben ab. Auch in Deutschland gibt es eine wachsende Gruppe von Christen und christlichen Leitern die „Post-Evangelikale“ genannt werden: Sie sind in einem frommen und konservativen Elternhaus großgeworden. Sie haben dann aber ihren früheren Glauben hinter sich gelassen, weil sie ihn als einengend empfanden und als nicht mehr zeitgemäß.

Markus Till ist eigentlich Biologe. Aber sein „Hobby“ ist die Theologie. Er hat einen Glaubenskurs verfasst und schreibt auf seinem Blog „Aufatmen in Gottes Gegenwart“ über Glaubensthemen. Über seinen Blog ist er ins Gespräch mit Vertretern der Post-Evangelikalen gekommen. Seine Erfahrungen mit diesen Gesprächen und seine Gedanken über diese Spannungen innerhalb der Kirchen hat er in seinem Buch „Zeit des Umbruchs: Wenn Christen ihre evangelikale Heimat verlassen“ verarbeitet.

Das Buch besteht aus acht Kapiteln; dazu kommt noch eine erklärende Einleitung und ein abschließender Ausblick.

In den Kapiteln beschreibt er zuerst den Ist-Zustand, so wie er ihn erlebt. In den Kapiteln 2-4 versucht er herauszuarbeiten, wieso das Gespräch zwischen den verschiedenen Lagern so schwierig ist. Er beschreibt drei mögliche Ursachen: Verletzungen, Vorurteile und Missverständnisse. Dabei analysiert er beide Seiten, wie sie jeweils unter diesen Stichworten die andere Seite betrachten.

In Kapitel 5 versucht er die Knackpunktthemen herauszuarbeiten, die im Zentrum der Diskussionen stehen. Darauf folgt in Kapitel 6 der Versuch, einen Weg aufzuzeigen, wie man trotz der Unterschiede respektvoll und fruchtbar miteinander im Gespräch bleiben kann.

Kapitel 7 beschreibt den Versuch einen Weg zu finden, wie man einerseits fest auf Gottes Wort stehen kann und andererseits keine Mauern errichtet, wo sie nichts Gutes bewirken und der Freiheit des Evangeliums im Weg stehen.

Im 8. Kapitel gibt der Autor der Kirche Ratschläge mit auf den Weg, wie sich die Kirche verändern muss, damit sie weiterhin unverändert die gute Nachricht für die Welt verkündigen kann.

Das ist ein sehr persönlich geschriebenes Buch. Der Autor beschreibt sein eigenes Ringen um die Kirche, und sein Ringen darum, Gottes Wort – so wie er es versteht – einerseits treu zu bleiben und andererseits diejenigen ernst zu nehmen und ihnen mit Respekt zu begegnen, die andere Wege eingeschlagen haben. An keiner Stelle hat man das Gefühl, dass da einer vom hohen Ross herabschaut oder Strohmänner aufbaut, um sie dann niederreißen zu können.

Dieses ehrliche Ringen um die Wahrheit und die Menschen macht dieses Buch zu einem wichtigen Beitrag in der innerkirchlichen Diskussion darüber, was christliche Glaube ist und sein soll.

Gemeinde Toolbox: Countdown Timer 1. Advent

Für unsere Gottesdienste hat das Leitungsteam die Idee gehabt, mit einem Countdown Timer vor dem Gottesdienst zu experimentieren. Es gibt leider nur wenige geeignete Timer, meistens sind sie auf Englisch und zudem sind die Meisten kostenpflichtig.

Für unsere Gottesdienste habe ich mich dafür in DaVinci Resolve eingearbeitet. Das ist ein kostenloses Videobearbeitungs-Programm. Das Programm bietet die Möglichkeit, einen solchen Timer zu erstellen.

Ich habe einen Timer für den 1. Advent erstellt. Die Vorlage, die ich dafür in Resolve gebaut habe, ermöglicht es, den Timer einfach anzupassen, indem man das Hintergrundbild austauscht.

Ich stelle den Timer für den eigenen Gebrauch zur Verfügung. Man kann den Timer auf dem YouTube Kanal meiner Gemeinde anschauen. Ich habe für den öffentlichen Gebrauch einen Timer ohne Hinweise auf unsere Gemeinde erstellt und auch ohne Hintergrund-Musik, die wir bei unserem Timer verwenden.

Der Timer hat noch ein paar Kinderkrankheiten, aber er funktioniert prinzipiell sehr gut.

Wer daran interessiert ist, kann die Video-Datei für den eigenen Gebrauch von unserem Server herunterladen.

Gute Kita Lügen

Als vor einigen Jahren die Diskussion um das Betreuungsgeld hochgekocht war, lautete ein Argument gegen das Betreuungsgeld, dass Kinder in Kitas eine gute, professionelle Betreuung erhalten. Es wurde von manchen Politikern der Eindruck vermittelt, als wären Kinder in Kitas besser aufgehoben als zu Hause (was für einen kleinen Teil der Kinder auch zutreffen mag).

Im Gespräch mit SPD Wahlkämpfern damals habe ich auf den schlechten Betreuungsschlüssel hingewiesen und wo denn die über 100.000 fehlenden Erzieher herkommen sollen, um tatsächlich eine zumindest angemessene Betreuung zu ermöglichen. Die Antwort war nur: „Das wird schon werden.“

Leider wird es scheinbar auch nach mehr als 7 Jahren nicht wirklich werden.

Daher finde ich diesen Artikel in der Zeit sehr ehrlich und überraschend:

Da behauptete die Kita-Leiterin allen Ernstes, in ihrer Einrichtung gebe es täglich Grund zu lachen und immer genug Zeit, um auf jedes Kind individuell einzugehen. Der Betreuungsschlüssel sei exzellent, die Stimmung sowieso. Nichts davon war wahr. In unserer Gruppe wurden 15 Kinder unter drei Jahren von zwei ausgebildeten Erzieherinnen betreut. Laut dem Berliner Eingewöhnungsmodell sollen Kinder über Wochen langsam daran gewöhnt werden, ohne Mama und Papa in der Kita bleiben zu können. In unserer Kita jedoch schmolz die Eingewöhnungsphase auf wenige Tage zusammen. Stetig mussten neue Kinder eingewöhnt werden. Die reinste Akkord-Betreuung.

Und dann:

Unser Sohn schrie. Holten wir ihn ab, hörten wir ihn bereits durch die geschlossene Tür. Manchmal saßen wir dort eine Weile und widerstanden dem Drang, reinzustürmen. Wir wollten hören, ob er getröstet wird. Fehlanzeige. Als wir die Erzieher darauf ansprachen, versuchten sie, uns weiszumachen, unser Sohn habe den ganzen Tag gespielt. Wie das sein könne, wenn er jetzt so weine, wollten wir wissen. Antwort: „Das ist halt ein bockiges Kind.“

Ich verstehe sehr wohl, dass manche für sich als Familie die Notwendigkeit sehen oder den Wunsch haben Kinder durch eine KiTa betreuen zu lassen. Das sei auch jedem selbst überlassen. Keine Frage.

Was mich nur ärgert ist, dass der Eindruck vermittelt wird, in der Kita werden Kinder durch professionelle Erzieher besser betreut als in einer stabilen Umgebung zu Hause mit einem meist über-optimalen Betreuungsschlüssel. Und das es deshalb gerechtfertigt ist, die Leistung in der Kita staatlich zu fördern und die Leistung eines erziehenden Elternteils zu Hause nicht.