TEDx: Meet the enemy

Dieser Vortrag von Cassie Jaye ist zwar schon ein Jahr alt, aber dennoch aktueller denn je. Cassie war eine Feministin, die eine Dokumentation über „Men’s Rights Activists“ filmen wollte, also über die amerikanische Männerrechts-Bewegung. Für sie war es die Auseinandersetzung mit dem – wie sie es selbst nennt – „Feind“. Durch die Dokumentation hat sie aber gelernt, die Anliegen der „MRA“ ernst zu nehmen und deren Berechtigung zu erkennen. Sie hat einen Denkwandel mitgemacht. Durch diese Dokumentation wurde sie dann selbst zum „Feind“ für Feministen, weil sie es wagte, diese Männer nicht als frauenfeindliche Monster zu zeigen.


➡️ Ben Shapiro: Boys and Girls are different – let’s celebrate that

Großartiger Artikel über Gender-Unterschiede von Ben Shapiro.

None of this makes any sense — and none of it is about actually protecting children. At no point do advocates of gender confusion actually explain why additional gender confusion is better — or even show the statistical evidence that pushing boys to wear dresses will somehow create more female engineers, or show why we should push girls to become engineers if they don’t want to do so anyway. This is social engineering by people hell-bent on remolding society without regard to the health of children.

Mal miteinander reden

Es tut sich was. In den USA entsteht ein „Intellectual Dark Web“ von Menschen unterschiedlicher politischer und ideologischer Couleur, die es satt haben, dass man nur übereinander, aber nicht miteinander redet.

Jetzt startet auch der Spiegel das Projekt „Deutschland spricht“. Das Ziel: Menschen unterschiedlicher Meinung an einen Tisch zu setzen.

Es ist ein wenig erschütternd, dass man das überhaupt als etwas Neues und Gewagtes wahrnimmt, wenn man unterschiedlicher Meinung ist und den Anderen dennoch freundlich und respektvoll behandelt. Aber es ist immerhin ein Anfang.

Wir brauchen echte Meinungsvielfalt und echte Toleranz – im ursprünglichen Sinn: Ich lehne deine Sicht vehement ab, aber ich werde dafür kämpfen, dass du sie äußern darfst.

„Deutschland spricht“: Aktion bringt politische Gegner zum Dialog zusammen – SPIEGEL ONLINE

Doppelmoral

In den Medien in den USA sorgte der Fall mit dem Bäcker, der einem homosexuellen Paar keinen Kuchen mit Wunschbeschriftung anfertigen wollte, für Schlagzeilen. Die Kritiker monierten, dass das Diskriminierung sei und man doch niemandem als Kunden einfach abwiesen könne, nur weil die Person einem nicht passt. Alle Menschen sind doch gleich.

Jetzt wurde die Pressesprecherin von Trump aus einem Restaurant herausgebeten, weil es der Besitzerin nicht passt, für wen sie arbeitet.

Die Besitzerin des Restaurants, Stephanie Wilkinson, bestätigte gegenüber der „Washington Post“, dass sie Sanders nach Rücksprache mit ihrem Personal zum Gehen aufgefordert habe. „Ich bin kein großer Fan von Konfrontationen“, sagte Wilkinson. Dennoch würde sie wieder so entscheiden. „Wir hatten einfach das Gefühl, es gebe Zeitpunkte, an denen Menschen ihre Überzeugungen leben müssen. Das schien so einer zu sein.“

Ich denke, von progressiver Seite wird es keinen Aufschrei wie beim Bäcker geben, weil hier jemandem der Service verweigert wurde. Und das zeigt leider eine gewisse Doppelmoral: Es gib diejenigen mit der „richtigen“ Ideologie – und diejenigen mit der „falschen“ Ideologie. Und je nachdem auf welcher Seite man steht können die gleichen Verhaltensweisen plötzlich ganz anders bewertet werden.

„Animals“ – Trump, illegale Einwanderung und die Medien

Ich bin wahrlich kein Freund von Präsident Trump. Ich habe das auch hier im Blog schon öfter zum Ausdruck gebracht.

Aber ich bin auch kein Freund von schlechtem Journalismus. Denn der kann mindestens genauso viel Schaden anrichten wie schlechte Politik.

In den Medien finden wir gerade einen großen Aufschrei darüber, dass Trump bei einer Aussprache im Weißen Haus Immigranten als „Tiere“ bezeichnet hat.

Hier ist der Clip, der in den Medien kursiert:

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Das ist ein ganz schön starkes Stück, dass Trump Immigranten als Tiere bezeichnet. Egal, ob es illegale Einwanderer sind, oder Flüchtlinge etc. So redet man nicht über Menschen.

Oder?

Es ist auch ein ganz schön starkes Stück, dass die Medien diesen Ausschnitt komplett aus dem Zusammenhang gerissen verwenden. Man muss sich nur die Mühe machen, zwei Minuten früher in die Aufnahme einzusteigen, um den Zusammenhang zu verstehen.

Hier ist der Beginn der Anmerkungen einer ICE Mitarbeiterin, die zu Trumps Kommentar geführt hat:

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Im Gespräch geht es um kriminelle aus mexikanischen Banden, die in die USA einreisen und die nur schwer aufgespürt und nur mit viel Aufwand aus dem Land geschafft werden können. Die Mitarbeiterin erwähnt direkt vor dem Beginn der Reaktion Trumps die MS-13 als Beispiel. Mit Bezug auf diese Aussage spricht Trump von „Tieren“.

Wieder könnte man sagen: Das ist trotzdem kein Grund, so über Menschen zu reden, auch wenn sie Kriminelle sind.

Wer aber ist die MS-13, die erwähnt wird? Sie gilt als eine der berüchtigsten und brutalsten Gangs weltweit.

Ein Beispiel für die Brutalität:

In den USA sorgt ein besonders grausamer Mord, der der Jugendbande Mara Salvatrucha zugeschrieben wird, für Schlagzeilen: Dem Opfer wurden der Kopf abgetrennt und das Herz aus der Brust geschnitten, wie örtliche Medien am Mittwoch (Ortszeit) berichteten. Die Leiche weise mehr als hundert Stichwunden auf, teilte die Polizei des Bezirks Montgomery mit. Sie wurde demnach in Wheaton, einem Vorort der US-Hauptstadt Washington im Bundesstaat Maryland, entdeckt. (Quelle: Welt)

Aufgenommen werden nur Mörder. Bei der Aufnahmeprüfung wird man von Gangmitgliedern verprügelt. Frauen haben die alternative Möglichkeit, sich einer Gruppenvergewaltigung zu unterziehen (Bild).

Es bleibt eine derbe Ausdrucksweise, die Trump gewählt hat. Aber es ist etwas ganz anderes, ob man über solche brutalen Gangs spricht und dabei erwähnt, dass sie „wie Tiere“ sind.

Oder ob man so über Flüchtlinge spricht, die sich einfach ein sicheres oder besseres Leben wünschen.

Die Medien verkaufen es so, als hätte Trump mit seinen Worte über Letztere gesprochen (Wie in diesem Tweet zu sehen), während der Kontext deutlich macht, dass er über Erstere gesprochen hat.

Die Medien tun sich mit so einem Vorgehen keinen Gefallen. Das war in den letzten Tagen auch schon bei den Revolten in Israel zu sehen. In allen Berichten wird beklagt, wieviele Opfer es bei den „friedlichen und berechtigen Protesten“ der Palästinenser gab. Aber es wurde nicht erwähnt, dass a) es sich um gewaltsame Versuche gehandelt hat, die Grenzen eines souveränen Staates zu durchbrechen, b) Hamas selbst darüber gesprochen hat, dass sie nicht friedlich protestieren wollen, sondern Israel mit Gewalt eindecken möchten und c) die Mehrheit der Opfer nachweislich Millizionäre der Hamas waren, und keine friedlichen Demonstranten.

Die großen Medien finden es unfair, wenn ihnen Einseitigkeit vorgeworfen wird. Sie beklagen den Vertrauensverlust. Sie betonen ihre zentrale Rolle für eine aufgeklärte Gesellschaft. Aber sie merken leider nicht, wie sie sich immer wieder selbst das Wasser abgraben. Sie sind leider nicht in der Lage, die eigene Einseitigkeit im Umgang mit vielen Themen überhaupt wahrzunehmen. Und das ist dramatisch, weil wir nichts dringender benötigen, als sauber arbeitende, objektive Medien, gerade in unserer immer komplexeren und unübersichtlicheren Welt.

Christi Himmelfahrt

aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden
und die Toten.

↩️ Ron Kubsch: Predigten ins Netz stellen?

Ron Kubsch stellt – angestoßen durch einen Artikel in der Christianity Today – die Frage, ob man als Pastor seine Predigten ins Netz stellen lassen sollte.

Er nennt zwei mögliche Argumente dagegen: 1. Ich als Pastor stehe in der Gefahr mich durch zu große Aufmerksamkeit zu sehr auf mich zu konzentrieren und meinen Dienst in der Ortsgemeinde aus dem Blick zu verlieren. 2. Es verleitet Mitglieder dazu, zu meinen, sie könnten die Gottesdienste verpassen, da sie die Predigten ja auch zu Hause hören könnten.

Ich weiß nicht, ob die Sorge vor zu großem Rummel um die eigene Person wirklich ein Argument gegen Predigt-Podcasts ist. Ganz ehrlich werden – zumindest in Deutschland – die wenigsten Pastoren in die Gefahr kommen, so viel Aufmerksamkeit zu erleben, dass es ihnen zu Kopf steigt. Auch durch Podcasts nicht.

Ein größeres Problem ist tatsächlich die Frage nach dem Fernbleiben vom Gottesdienst. Das sehe ich als zweischneidiges Schwert und aus dem Grund hadere ich zum Beispiel mit Livestreams aus dem Gottesdienst per Video. Weil das das Problem noch verschärfen würde. Audio-Podcasts liegen für mich noch irgendwo dazwischen.

Das für mich eigentliche Problem mit Predigt-Podcasts ist ein ganz anderes: Ich liefere mich als Prediger der ganzen Internet-Öffentlichkeit aus und gebe damit ein Stückweit die Kontrolle über meine Worte aus der Hand. Und wie man z.B. an der Geschichte um Olaf Latzel sieht, kann das schnell eskalieren, wenn jemand da etwas Böses möchte. So besteht die Gefahr, dass ich als Prediger mit der Zensur-Schere im Kopf an meine Predigten herangehe: Welchen Strick könnte man mir aus diesen Worten drehen?

Bamf Affäre: Massive Probleme

Die Bamf-Affäre weitet sich immer mehr aus und offenbart immer größere Probleme im System. Das ist eine Katastrophe und ein totaler Vertrauensverlust für diese Behörde. Und das gerade in diesem sensiblen Bereich.

Im Grunde müsste eine Totalrevision der ganzen Behördenstruktur durchgeführt werden, um zu sehen, ob nicht noch viel mehr im Argen liegt. Und das bisherige Ausmaß und die Erfahrungen mit solchen Problem lässt vermuten, dass die Antwort darauf lautet: Ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Barley: Pluralismuspflicht in sozialen Netzwerken

Unsere Justizministerin Barley setzt sich laut Tagesspiegel dafür ein, dass die Algorithmen in sozialen Netzwerken mehr „Pluralismus“ zulassen sollen.

Die Programme, mit denen etwa Facebook seinen Nutzern automatisiert ausgewählte Informationen bereitstellt, sollten laut Barley nicht allein darauf ausgerichtet sein, was einem gefällt. Es könnten auch andere Sichtweisen transportiert werden, „um einer kompletten Blasenbildung entgegenzuwirken“, sagte die Ministerin bei einer Diskussionsveranstaltung der Deutschen Public Relations Gesellschaft und des Tagesspiegels zu Hassreden im Internet und dem umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

Das ist eine dieser Ideen, die für manche vielleicht sehr erhellend und empfehlenswert wirken, aber tatsächlich null durchdacht sind.

Die Algorithmen privater Unternehmen sollen demnächst vom Staat vorgegeben werden? Wie definiert der Staat dann Pluralismus? Wann ist ausreichender Pluralismus erreicht? Und gilt Pluralismus neutral für alle Ideen und Ideologien, die es weltweit gibt?

Ein paar Beispiele: Ich interessiere mich gar nicht für das Gedankengut bestimmter Verschwörungstheorien, wie die „Flache Erde“ Theorie oder die Chemtrail-Verschwörung. Dementsprechend sind auch die Algorithmen bei Facebook oder YouTube nicht darauf eingestellt, mir diese Inhalte zu präsentieren.

Müssen Facebook und YouTube mir dann in Zukunft im Namen des Pluralismus Beiträge und Inhalte dieser Verschwörungstheorien präsentieren?

Bekommen Abtreibungsbefürworter dann Videos von 1000plus präsentiert, damit sie nicht in ihrer Pro-Choice-Filterblase stecken bleiben?

Bekommen dann Gender-Ideologen Inhalte von Gender-Kritikern präsentiert, damit sie mit dem binären Geschlechter Gedankengut in Berührung kommen?

Ich denke kaum, dass Frau Barley so etwas im Sinn hatte, als sie ihren Vorschlag präsentierte. Ich vermute es geht ihr mehr um „gute“ Inhalte – also Inhalte in ihrem Sinne – die denjenigen präsentiert werden, die anders denken und sich gar nicht mit diesen „guten“ Inhalten beschäftigen wollen.

Und genau da liegt die Crux bei der Sache: Wer definiert, was diese „guten“ Inhalte sind? Es geht – so vermute ich – nicht um wirklich Pluralismus, sondern um Vermittlung der – aus Sicht bestimmter Personen – „richtigen“ Inhalte für diejenigen, die sich einfach standhaft weigern, sich mit diesen Inhalten zu beschäftigen.