➡️ Kutschera über die „Ehe für Alle“ bei Kath.net

Ein sehr heftiges und eindeutiges Interview über die „Ehe für Alle“ mit dem Evolutionsbiologen Prof. Ulrich Kutschera. Er ist ja wahrlich kein Freund der Evangelikalen und findet ebenso drastische Worte der Kritik an jeder Idee einer geplanten Schöpfung. Aber er ist auch einer der schärfsten Kritiker der Gender-Ideologie in Deutschland, und dabei argumentiert er streng wissenschaftlich, oder „biologistisch“, wie Gender Verteidiger es formulieren würden. Ich glaube, kein prominenter Evangelikaler würde die „EfA“ öffentlich so hart angehen wie Prof. Kutschera.

Facebooks interne Richtlinien für gute und schlechte Inhalte

Arstechnica liefert einen interessanten Einblick in die internen Richtlinien von Facebook für das Filtern der Inhalte seiner Benutzer. Er offenbart, wie inkonsequent und schwer nachvollziehbar viele der Entscheidungen sind, die Facebook bei der Bewertung der Inhalte anlegt.

Der Artikel macht noch einmal deutlich, wieso es eine katastrophale Idee unseres Justizministers ist, die Beurteilung von Hate Speech und Fake News in die Hände der privaten Dienstanbieter zu legen.

💡 Bloglexikon: Phobie

Phobie, die – Von altgriechisch φόβος.

  1. Angststörungen ist ein Sammelbegriff für psychische Störungen, die gekennzeichnet sind durch exzessive, übertriebene Angstreaktionen beim Fehlen von einer akuten äußeren Gefahr oder Bedrohung.
  2. Eine einfache Möglichkeit, unbeliebte Meinungen zu kennzeichnen und zu tabuisieren und sich dadurch einer sachlichen, inhaltlichen Diskussion zu entziehen. Da das phobische Gegenüber ja per Definition irrational ist und man selbst die einzig richtige und vernünftige Meinung vertritt, erübrigen sich alle weiteren Notwendigkeiten zum Gespräch. Das Gegenüber zur Phobie in diesem Sinne ist Pluralität, Meinungsvielfalt und Offenheit für alle Überzeugungen.

A Warning from Canada: Same-Sex Marriage Erodes Fundamental Rights

Dieser Artikel ist zwar schon etwas älter, aber für unsere Situation in Deutschland aktueller denn je.

Hier beschreibt Dawn Stefanowicz – die bei einem homosexuellem Elternpaar aufgewachsen ist – ihre Erfahrungen in dieser Konstellation. Und sie beschreibt die Erfahrungen, die sie in Kanada gemacht hat, nach dem die Ehe dort für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet worden ist.

Sie und sechs andere Kinder, die auch in einer sog. „Regenbogenfamilie“ aufgewachsen sind, haben sich an den Supreme Court der USA gewandt, als dieser über die Öffnung der Ehe beriet, mit der Bitte, sich gegen die Öffnung zu entscheiden.

Zwei Grundaussagen dieses Artikels sind relevant:

In Canada, freedoms of speech, press, religion, and association have suffered greatly due to government pressure. The debate over same-sex marriage that is taking place in the United States could not legally exist in Canada today. Because of legal restrictions on speech, if you say or write anything considered “homophobic” (including, by definition, anything questioning same-sex marriage), you could face discipline, termination of employment, or prosecution by the government.

Why do police prosecute speech under the guise of eliminating “hate speech” when there are existing legal remedies and criminal protections against slander, defamation, threats, and assault that equally apply to all Americans? Hate-crime-like policies using the terms “sexual orientation” and “gender identity” create unequal protections in law, whereby protected groups receive more legal protection than other groups.

Gerade im Zusammenhang mit dem geplanten Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) unseres Justizministers, der die Bewertung von „Hasskommentaren“ den Betreibern von Sozialen Netzwerken überlassen möchte, schrillen bei mir die Alarmglocken für die Meinungskultur in der Zukunft.

Das zweite ist:

Over and over, we are told that “permitting same-sex couples access to the designation of marriage will not deprive anyone of any rights.” That is a lie.

When same-sex marriage was legalized in Canada in 2005, parenting was immediately redefined. Canada’s gay marriage law, Bill C-38, included a provision to erase the term “natural parent” and replace it across the board with gender-neutral “legal parent” in federal law. Now all children only have “legal parents,” as defined by the state. By legally erasing biological parenthood in this way, the state ignores children’s foremost right: their immutable, intrinsic yearning to know and be raised by their own biological parents.

Mothers and fathers bring unique and complementary gifts to their children. Contrary to the logic of same-sex marriage, the gender of parents matters for the healthy development of children. We know, for example, that the majority of incarcerated men did not have their fathers in the home. Fathers by their nature secure identity, instill direction, provide discipline, boundaries, and risk-taking adventures, and set lifelong examples for children. But fathers cannot nurture children in the womb or give birth to and breast-feed babies. Mothers nurture children in unique and beneficial ways that cannot be duplicated by fathers.

It doesn’t take a rocket scientist to know that men and women are anatomically, biologically, physiologically, psychologically, hormonally, and neurologically different from each other. These unique differences provide lifelong benefits to children that cannot be duplicated by same-gender “legal” parents acting out different gender roles or attempting to substitute for the missing male or female role model in the home.

Wie das Adoptionsrecht und die Definition von Elternschaft in Deutschland sich verändern werden, ist noch unklar.

Aber es ist schon sehr erhellend, wenn ein Kind von gleichgeschlechtlichen Eltern deutlich betont, wie wichtig die Verschiedengeschlechtlichkeit der Eltern für die Erziehung der Kinder ist.

📚Armin Baum: Einleitung in das Neue Testament – Band 1

Auf diese Einleitung warte ich schon seit meiner Studienzeit an der FTH in Gießen. In einigen Vorlesungen von Prof. Baum wurden die Grundideen dieser Einleitung entwickelt und entfaltet. Von daher weiß ich, dass ein sehr spannendes Buchprojekt ist mit einigen neuen Ansätzen vor allem in der sog. „Synoptischen Frage“.

Mit 70€ ist das ein deftiger Preis, aber für eine wissenschaftliche Arbeit auf diesem Niveau ist das mehr als fair.

Selbstbestimmte Frauen sind eine Gefahr für die Selbstbestimmung der Frau

Ein interessantes Verständnis von Selbstbestimmung offenbart Barbara Stiegler – die ehemaliger Leiterin des Arbeitsbereiches Frauen- und Geschlechterforschung der Friedrich-Ebert-Stiftung – im Spiegel Interview:

Bestimmte Rollenkonstellationen wie die berühmten Cappuccino-Mütter sind schon eine Gefahr für die Gleichstellung. Sie machen dieselbe klassische Arbeitsteilung wie ihre Mütter, sagen aber, sie hätten sich das selbst ausgesucht. Das würde ich als Rollback bezeichnen, wenn Frauen dies als Selbstbestimmung definieren, anstatt auf die Strukturen zu gucken, die dazu führen.

Natürlich ist es eine Möglichkeit, dass eine bestehende gesellschaftliche Struktur es Frauen schwerer macht, sich gegen Hausarbeit und für einen Beruf zu entscheiden. Daran sollen der Staat und die Gesellschaft auch arbeiten.

Aber mich erschreckt doch immer wieder die Ansicht, dass alle Frauen, die sich für Hausarbeit entscheiden, nur tragische Opfer des Systems sind. Es könne auf keinen Fall sein, dass sie sich tatsächlich aus freien Stück selbst dafür entscheiden. Eine Frau bei gesundem Menschenverstand könnte das doch nicht wollen.

Interessant ist aber auch der Blick auf den Lösungsansatz für das Dilemma, dass Frauen weiterhin mehr Arbeit im Haushalt leisten. Die Lösung: Andere Personen – und damit faktisch andere Frauen – sollen für die Haushaltsarbeit eingestellt werden, damit Frau die Freiheit hat, wieder arbeiten zu gehen – möglicherweise im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen, denn in dem Bereich werden viele neue Arbeitskräfte benötigt, damit Frauen im Bereich der Hausarbeit entlastet werden, damit sie die Freiheit haben, wieder arbeiten zu gehen … Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Jeder Mann und jede Frau hat das Recht, eigene Lebensentscheidungen zu treffen. Und so gut es geht, soll der Staat dafür auch Voraussetzungen schaffen. Aber das kann nur in einem gewissen Rahmen funktionieren und dann stößt das System an seine Grenzen, die auch mit besten Absichten nicht zu überwinden sind. Für mich wird das durch das Interview ein Stückweit sichtbar.

Auf der anderen Seite sollte man bitte damit aufhören, die freiwillig gewählte Arbeit im eigenen Haushalt konstant schlecht zu reden – bis dahin, dass im Haus arbeitende Frauen zur Gefahr für die fortschreitende Emanzipierung stilisiert werden.

Arbeit – egal von wem und in welchem Umfeld geleistet – hat einen Wert in sich selbst und verdient entsprechende Anerkennung, unabhängig davon, ob sie bezahlt wird oder freiwillig unentgeltlich geleistet wird.

Und meine Frau hat im Haushalt mit drei Kindern nur selten Zeit, einen Cappuccino zu schlürfen …

➡️ Des Wissenschaftlers neue Kleider

Vor 20 Jahren hat Alan Sokal einen inhaltsleeren Quatschartikel in einem wissenschaftlichen Fachjournal platziert, um deutlich zu machen, wie anfällig das ganze wissenschaftliche System dafür geworden ist, das anzunehmen, was irgendwie richtig klingt, ohne, dass man wirklich verstanden hat, was da eigentlich gesagt wird.

Jetzt hat sich das Ganze wiederholt und macht deutlich, dass der Wissenschaftsbetrieb scheinbar nicht wirklich dazu gelernt hat. Zwei Forscher haben einen Aufsatz mit dem Titel „THE CONCEPTUAL PENIS AS A SOCIAL CONSTRUCT“ in einem Sozialwissenschaftlichem Fachjournal publiziert. Der Text selbst wurde dabei unter Zuhilfenahme eines Zufallsgenerators für Texte erstellt, wobei die Forscher auch selbst Hand angelegt haben.

Das Journal arbeitet mit dem sog. „Peer Review“ – das bedeutet, dass andere Wissenschaftler den Text begutachten und dann entscheiden, ob er veröffentlicht werden soll oder nicht.

Jemand weist zurecht darauf hin, dass damit noch nichts über Gender-Studies an sich als vielmehr über ein disfunktionales Fachzeitschriften-System ausgesagt wird. Und trotzdem ist es für den ganzen Wissenschaftsbetrieb bedenklich, dass die „Selbstreinigungskräfte“ nicht ordentlich funktionieren. Das wiederum spielt Wissenschafts-Kritikern und -Skeptikern in die Hände.

Interessant wäre es zu prüfen, ob bestimmte Fachgebiete anfälliger für dieses Phänomen sind als andere. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das der Fall ein dürfte. Ich denke, es ist nicht Zufall, dass beide Hoax-Artikel in sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht worden sind. Wenn man sich ernst gemeinte Artikel wie „Glaciers, gender, and science – A feminist glaciology framework for global environmental change research“ und „The politics of heterosexuality—a missing discourse in cancer nursing literature on sexuality: A discussion paper“ vor Augen hält, dann kann man vom Titel und auch den formulierten Inhalten nicht sofort einen Unterschied zu dem Fake-Aufsatz erkennen.

Offensichtlich besteht in den Sozialwissenschaften eine größere Sorge davor, plötzlich als Wissenschaftler ohne Kleider dazustehen – sich also einzugestehen, dass man gar nicht versteht, was da überhaupt geschrieben worden ist -, als in anderen Wissenschaftsbereichen. Das aber wäre dann kein gutes Urteil über diese Fachrichtung als Ganzes.