➡️ Vitamin D Pillen ersetzen Sonnenlicht nicht und Sonnenlicht zu meiden ist schädlicher als gedacht

Eine neue, großangelegte Studie rüttelt an dem bisherigen Dogma der Hautärzte, dass man Sonnenlicht ohne Schutzfaktor auf der Haut in jedem Fall meiden muss. Zuviel Sonnenlicht bleibt schädlich, aber kompletter Verzicht auf Sonneneinstrahlung ohne Schutzfaktor hat sogar nachteilige Wirkungen für die Gesamtgesundheit.

Und die Studie zeigt wohl auch, dass Vitamin D Tabletten keine Auswirkungen auf Vitamin D Mangel haben.

Wie jede Studie ist auch diese erst einmal mit Vorsicht zu genießen. Aber die Argumente in der Studie klingen überzeugend.

Quelle: https://www.outsideonline.com/2380751/sunscreen-sun-exposure-skin-cancer-science

➡️ Der Spiegel journalist messed with the wrong small town

Class Relotius ist momentan in allen Medien. Er ist der mehrfach preisgekrönte Spiegel Journalist, der überführt wurde, mehrere seiner Artikel frei erfunden oder stark verfälscht zu haben. Der Spiegel äußert sich ausführlich selbst über diesen Fall.

Gerade heute ist auch ein englischsprachiger Artikel erschienen, der auch eine Arbeit von Claus Relotius zum Thema hat. Im Artikel „In einer kleinen Stadt“ vom März 2017 beschrieb der Journalist das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt in Minnesota. Er hat dort drei Wochen verbracht und scheinbar ausführlich recherchiert …

… scheinbar. Denn die Bewohner der Stadt waren sehr verwundert, als sie den fertigen Artikel gelesen haben. Es haben sich massive Fehler und Einseitigkeiten eingeschlichen.

Michele Anderson und Jake Krohn – die in dem Ort wohnen und so gar nicht in das im Artikel vermittelte Bild von Trump-Fans passen – haben sich die Mühe gemacht 11 Fehler aufzulisten, die im Artikel gemacht wurden. Sie mussten sich auf 11 beschränken, auch wenn sie noch viel mehr hätten auflisten können:

There are so many lies here, that my friend Jake and I had to narrow them down to top 11 most absurd lies (we couldn’t do just 10) for the purpose of this article.

Ihr Fazit darüber, wie die Stadt im Artikel mit ihrer Stadt in der Wirklichkeit übereinstimmt, fällt brutal vernichtend aus:

What happened is beyond what I could have ever imagined: An article titled “Where they pray for Trump on Sundays,” and endless pages of an insulting, if not hilarious, excuse for journalism.

Not only did Relotius’exposé” on Fergus Falls make unrecognizable movie-like characters out of the people in my town that I interact with on a daily basis, but its very basic lack of truth and its bizarrely bleak portrayal of the place I love left a very sick, unsettled feeling in the pit of my stomach.

Und weiter:

In 7,300 words he really only got our town’s population and average annual temperature correct, and a few other basic things, like the names of businesses and public figures, things that a child could figure out in a Google search. The rest is uninhibited fiction (even as sloppy as citing an incorrect figure of citywide 70.4% electoral support for Trump, when the actual number was 62.6%), which begs the question of why Der Spiegel even invested in Relotius’ three week trip to the U.S., whether they should demand their money back from him, and what kind of institutional breakdown led to the supposedly world-class Der Spiegel fact-checking team completely dropping the ball on this one.

Der Artikel ist wirklich lesenswert – alleine wegen der Mühe, die sich die Beiden gemacht haben. Und gleichzeitig ist der Artikel auch eine Anklageschrift gegen die Mechanismen im Spiegel. So etwas hätte nie passieren können. Und die Fehler sind so offensichtlich, dass man sich fragt, was überhaupt überprüft worden ist von den verantwortlichen Personen im Spiegel. Was der Spiegel immerhin auch selbst einräumt.

Ich sage es immer wieder: Wir brauchen guten, objektiven und kritischen Journalismus. Aber Fälle wie dieser decken einerseits auf, dass einiges doch arg marode sein muss im System. Und andererseits ziehen die schlechten Journalisten leider auch die Guten mit in den Abgrund des Misstrauens. Da wird viel Vertrauen verbrannt. Und dieses Vertrauen lässt sich nur mit viel Mühe und Geduld wieder aufbauen. Das wird aber nur dann gelingen, wenn der Journalismus bereit ist, sich selbst schonungslos zu reflektieren und zu kritisieren und auch Kritik von außen ernst zu nehmen und nicht Reflex-artig abzulehnen, wenn sie aus „der falschen Ecke“ kommt.

TEDx: Meet the enemy

Dieser Vortrag von Cassie Jaye ist zwar schon ein Jahr alt, aber dennoch aktueller denn je. Cassie war eine Feministin, die eine Dokumentation über „Men’s Rights Activists“ filmen wollte, also über die amerikanische Männerrechts-Bewegung. Für sie war es die Auseinandersetzung mit dem – wie sie es selbst nennt – „Feind“. Durch die Dokumentation hat sie aber gelernt, die Anliegen der „MRA“ ernst zu nehmen und deren Berechtigung zu erkennen. Sie hat einen Denkwandel mitgemacht. Durch diese Dokumentation wurde sie dann selbst zum „Feind“ für Feministen, weil sie es wagte, diese Männer nicht als frauenfeindliche Monster zu zeigen.

➡️ Ben Shapiro: Boys and Girls are different – let’s celebrate that

Großartiger Artikel über Gender-Unterschiede von Ben Shapiro.

None of this makes any sense — and none of it is about actually protecting children. At no point do advocates of gender confusion actually explain why additional gender confusion is better — or even show the statistical evidence that pushing boys to wear dresses will somehow create more female engineers, or show why we should push girls to become engineers if they don’t want to do so anyway. This is social engineering by people hell-bent on remolding society without regard to the health of children.

Mal miteinander reden

Es tut sich was. In den USA entsteht ein „Intellectual Dark Web“ von Menschen unterschiedlicher politischer und ideologischer Couleur, die es satt haben, dass man nur übereinander, aber nicht miteinander redet.

Jetzt startet auch der Spiegel das Projekt „Deutschland spricht“. Das Ziel: Menschen unterschiedlicher Meinung an einen Tisch zu setzen.

Es ist ein wenig erschütternd, dass man das überhaupt als etwas Neues und Gewagtes wahrnimmt, wenn man unterschiedlicher Meinung ist und den Anderen dennoch freundlich und respektvoll behandelt. Aber es ist immerhin ein Anfang.

Wir brauchen echte Meinungsvielfalt und echte Toleranz – im ursprünglichen Sinn: Ich lehne deine Sicht vehement ab, aber ich werde dafür kämpfen, dass du sie äußern darfst.

„Deutschland spricht“: Aktion bringt politische Gegner zum Dialog zusammen – SPIEGEL ONLINE

Doppelmoral

In den Medien in den USA sorgte der Fall mit dem Bäcker, der einem homosexuellen Paar keinen Kuchen mit Wunschbeschriftung anfertigen wollte, für Schlagzeilen. Die Kritiker monierten, dass das Diskriminierung sei und man doch niemandem als Kunden einfach abwiesen könne, nur weil die Person einem nicht passt. Alle Menschen sind doch gleich.

Jetzt wurde die Pressesprecherin von Trump aus einem Restaurant herausgebeten, weil es der Besitzerin nicht passt, für wen sie arbeitet.

Die Besitzerin des Restaurants, Stephanie Wilkinson, bestätigte gegenüber der „Washington Post“, dass sie Sanders nach Rücksprache mit ihrem Personal zum Gehen aufgefordert habe. „Ich bin kein großer Fan von Konfrontationen“, sagte Wilkinson. Dennoch würde sie wieder so entscheiden. „Wir hatten einfach das Gefühl, es gebe Zeitpunkte, an denen Menschen ihre Überzeugungen leben müssen. Das schien so einer zu sein.“

Ich denke, von progressiver Seite wird es keinen Aufschrei wie beim Bäcker geben, weil hier jemandem der Service verweigert wurde. Und das zeigt leider eine gewisse Doppelmoral: Es gib diejenigen mit der „richtigen“ Ideologie – und diejenigen mit der „falschen“ Ideologie. Und je nachdem auf welcher Seite man steht können die gleichen Verhaltensweisen plötzlich ganz anders bewertet werden.