➡️ FAZ: Gudrun Krämer – „Muslime brauchen keinen Martin Luther“

Ein sehr interessantes Interview mit Gudrun Krämer in der FAZ. Zwei Passagen fand ich besonders interessant:

Aber bedeutet eine Wertschätzung der Scharia nicht zugleich auch eine Geringschätzung weltlicher Gesetze? Wenn Muslime angeben, dass im Konfliktfall das göttliche Gesetz über dem staatlichen Gesetz stehen soll, sagen sie meines Erachtens nichts anderes als Christen, die im Zweifelsfall das Gebot Jesu Christi über eine staatliche Rechtsordnung stellen. Die Bekennende Kirche hat danach geurteilt und gelebt, unter diktatorischen Vorzeichen. Das Kirchenasyl kann auch in einem demokratischen System in Konflikt zur staatlichen Rechtsordnung treten. Ich kann ein solches Argument nicht in Bausch und Bogen verurteilen und apodiktisch staatliches Gesetz höher bewerten als alle anderen Bezüge. Wie sonst könnte ich den Widerstand gegen staatliches Unrecht rechtfertigen?

und:

Gibt es ein Land, in dem Sie ein islamisches Modell positiv verwirklicht sehen?Muslime können derzeit nicht mit einem funktionierenden islamischen Alternativmodell aufwarten. Saudi-Arabien und Iran zum Beispiel können vielleicht einen Teil der eigenen Bevölkerung überzeugen, aber jenseits ihrer Grenzen finden sie wenig Bewunderung. Wenn der Islam also die Lösung sein soll, wie lange eine islamistische Losung lautete, steht der Nachweis noch aus.

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