Gestern (01. September) startet erneut ein spannendes Projekt auf Twitter. Zum zweiten Mal wird der zweite Weltkrieg in Form von Livetweets sechs Jahre lang auf englisch chronologisch korrekt „begleitet“. Die Ereignisse quasi in „Echtzeit“ mitzuverfolgen gibt einem einen ganz anderen Einblick in den Umfang und auch die Geschwindigkeit der Ereignisse damals.
➡️ Fleischhauer: Die Frage des Unterschieds
Die Wahrheit ist, dass gerade Leute, die so für „Vielfalt“ eintreten, oft ein Problem mit Unterschieden haben, jedenfalls dann, wenn es sich nicht nur um bloße Lifestyle-Optionen handelt. Dass jemand aufgrund seiner familiären, kulturellen oder biologischen Prägungen möglicherweise ganz anders auf die Welt sieht, als man das aus dem eigenen Umfeld gewohnt ist, ist für diese Menschen eine unheimliche Vorstellung. Also wird lieber geleugnet, dass Kultur oder Geschlecht überhaupt einen Einfluss auf die Weltsicht haben könnten.
Spiegel: BER – Chronologie eines Scheiterns
Eine gigantische Reportage von Spiegel über das Scheitern der Großbaustelle Berliner Flughafen BER. Hinter der relativ lockeren Paywall von Spiegel. Man zahlt erst, wenn durch verschiedene Artikel ein Betrag von 5€ angesammelt worden ist.
Die Reportage ist diesen Umstand aber wert. Beim Lesen kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Und für mich ist mittlerweile klar: Dieses Projekt ist komplett zum Scheitern verurteilt. Der Flughafen wird nie eröffnet werden und nur der Stolz der Politik verhindert, dass man die richtige Konsequenz daraus zieht: Abbruch der Arbeiten, Abreißen und an einer geeigneten Stelle durch einen einzelnen Unternehmer neu errichten.
Alleine folgendes Zitat fasst das ganze Grundproblem anschaulich zusammen:
Im Vergleich zu Gerkans ersten Plänen soll das nun ausgeschriebene Gebäude 70.000 Quadratmeter größer und luxuriöser ausgestattet sein, mit Böden aus Jurakalkstein und Furnier aus afrikanischem Nussbaum. Unabhängige Gutachter schätzen die Baukosten auf 1,4 Milliarden Euro. Wowereit interessiert derlei Experzise nicht. Er fährt den Kurs: Allein können wir es besser. Und billiger.
Die Politik, empfänglich für den schnellen Applaus, gibt als weitere Maßgabe vor, nun müsse die heimische Bauwirtschaft an der schönen Maßnahme beteiligt werden. Das große Los des Generalunternehmerauftrags wird deshalb in sieben Lose zerstückelt und neu ausgeschrieben, damit auch kleinere Unternehmen zum Zuge kommen können. Damit verschärft sich erheblich, was auf großen Baustellen „Schnittstellenproblematik“ genannt wird.
Und dieses Problem wächst sich noch weiter aus: Selbst die sieben Auftragspakete sind für die „heimische Bauwirtschaft“ zu groß. Für die Lose vier und sechs etwa, „baulicher Ausbau“, finden sich in der Heimat keine geeigneten Bewerber, und deshalb werden die Vergabepakete noch einmal gestückelt. Am Ende ist es so: Aus dem Großau^rag „Bau eines Fluggastterminals“ wird nicht, wie anfangs geplant, ein Los für einen Generalunternehmer, es werden auch nicht sieben Lose, sondern es ist jetzt alles aufgesplittert in 40 Einzelvergaben: programmiertes Chaos.
Ein erfahrener Flughafenmanager kommentiert, dass damals „an die Stelle strenger privatwirtschaftlicher Zwänge die gemütliche Struktur eines vom Staat garantierten Unternehmens tritt“. Am Schluss fehlte es nur noch, „dass der Kleber zum Teppichboden einzeln ausgeschrieben wird“. Jedenfalls wird aus der einst bewährten Idee, dass ein öffentlicher Bauherr einen Generalunternehmer findet, ein vom Staat organisierter Basar.
➡️ Cicero: Die Glaubensgemeinschaft schlägt zurück
Demolieren für eine bessere Welt
Um mich selbst zu zitieren, wenn ich darf:
„Ich demonstriere für eine bessere und friedlichere Welt, darum haue ich hier alles kurz und klein!“
Wenn ich eine bessere Welt errichten möchte, dann muss ich bereits mit dem Weg dahin beginnen einen Unterschied zu machen. Der Weg zum Ziel muss schon widerspiegeln, was ich am Ende als Ziel erreichen möchte. Das scheint der Mensch – egal welchen Hintergrunds – immer wieder zu vergessen.
Jesus zeigt uns einen besseren Weg:
„Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd.“ (Luke 6,26–29)