Spiegel.de: Filmvorstellung „Lovemobil“

Ein neuer Dokumentarfilm gibt einen Einblick über die Menschen und Schicksale hinter den Sex-Wohnmobilen, die z.B. sehr prominent auf der Landstraße zwischen Wolfsburg und Gifhorn zu finden sind.

Ich selber bin die Strecke öfters gefahren und mich hat diese Perlenkette an Wohnmobilen immer sehr betroffen gemacht. Es ist interessant, dass jemand die Möglichkeit hatte, hinter die Kulissen dieser Szene zu schauen.

Was die Filmvorstellung auf Spiegel Online aber schon deutlich macht: Das ist keine schöne Welt, die man da vorfindet. Hier wird wieder einmal deutlich: Sexarbeit ist eben keine gewöhnliche Arbeit. Sexarbeit ist kein Ausdruck von Emanzipation und Selbstbestimmung. Es ist eine Welt von Ausnutzung, Misshandlung und Erniedrigung.

Und ich sage es mal ganz deutlich: Jugendportale wie Bento, Ze.tt und wie sie alle heißen machen sich mit jedem Lifestyle Bericht über Glamour Callgirls mitschuldig daran, dass diese dunkle Welt der Ausbeutung weiter bestehen kann. Durch diese Berichte darüber, wie junge Frauen scheinbar ganz glücklich und selbstbewusst durch Sex ihr Studium oder ihr neues iPhone finanzieren, normalisieren sie die sexuelle Degradierung von Frauen für die Lust der Männer.

Hinter jedem Glamour-Callgirl stehen die Schicksale von dutzenden von Frauen, die unerträgliches erdulden müssen, weil sie gezwungen werden oder weil sie keinen anderen Ausweg sehen.

Sterbehilfe: Das Angebot schafft die Nachfrage

Das umstrittene Urteil des Bundesverfassungssgerichts zur Sterbehilfe wird kontrovers diskutiert. Zum Glück sind sich die Kirchen in Deutschland in der Ablehnung einer Öffnung der Sterbehilfe einig.

Natürlich gibt es die Härtefälle, die uns emotional berühren. Und verständlich ist auch der Wunsch, diesen Menschen einen Ausweg aus dem Leid zu ermöglichen.

Das Problem ist nur, dass jede Entscheidung, die man mit Blick auf Einzelfälle trifft, potentiell nicht bei diesen Einzelfällen stehen bleibt, sondern die Türen für weitere Entwicklungen öffnet, die man ursprünglich gar nicht im Blick hatte.

Gerade bei der Frage der Sterbehilfe kann man das aufgrund der Erfahrungen in anderen Ländern sehr gut beobachten.

Die Zeit druckt ein Interview mit dem niederländischen Ethiker Theo Boer. Er war ein Gutachter in einer Prüfungskommission, die über Anträge zur aktiven Sterbehilfe befand.

Seine Erfahrungen mit den Entwicklungen der aktiven Sterbehilfe sind eine deutliche Warnung davor, diesen Weg weiter zu beschreiten.

Frage: Sie begutachteten bereits vollzogene ärztliche Sterbehilfefälle. Was können solche Untersuchungen denn noch ausrichten?

Boer: Sie hörten vielleicht von dem Fall einer demenzkranken Frau, die bei der Vollziehung Widerstand geleistet hat. In ihren Kaffee hatte man zwar ein Beruhigungsmittel getan, weil man schon fürchtete, dass diese Patientin vielleicht die Spritze nicht akzeptiert. Bei dem Prozedere ist sie aufgewacht und hat sich gewehrt. Die Familienmitglieder hielten sie fest und der Arzt tötete sie unter Anwendung von Zwang. Solche Ereignisse würden nie ans Licht kommen, wenn man das Prüfungsverfahren vor dem Tötungsakt einleitet statt hinterher.

Frage: Soll denn eine juristische Instanz über den Tod befinden?

Boer: Meine Vorstellung war auch, was man reglementiert, hat man im Griff. Das hat sich nicht bewahrheitet. Vielmehr hat sich gezeigt: Wenn man eine umstrittene Praxis legalisiert, stellt man sie in einem Schaufenster aus als Warenangebot. Ich habe feststellen müssen, dass das Angebot zum Teil tatsächlich die Nachfrage weckt.

Auto fährt in Rosenmontagszug in Volkmarsen

Diese Nachricht trifft mich sehr. Ich habe 10 Jahre in Volkmarsen gelebt. Ich wünsche allen Verletzten eine schnelle Erholung.

Beim Rosenmontagsumzug in Volkmarsen ist ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Nach ersten Informationen wurden mehr als zehn Menschen verletzt – auch Kinder.
— Weiterlesen www.hessenschau.de/panorama/auto-faehrt-in-rosenmontagszug—mehr-als-zehn-verletzte-in-volkmarsen,volkmarsen-faschingsumzug-100.html

Southern Baptist Church: waiting for the rupture …

Die „Southern Baptist Convention“, der größte baptistische Bund in den USA, hat seit den 70er Jahren eine erstaunliche Wende durchgemacht. Sie hat mit einer immer liberaleren Entwicklung gebrochen und eine konservative Wende hingelegt. Das wird als die „Resurgence“ bezeichnet.

Heute scheint die Entwicklung von damals einen dramatischen Ausgang zu nehmen. Und es ist unklar, ob die SBC diese Herausforderungen unbeschadet überstehen wird.

Ich selbst habe keinen tiefen Einblick in die aktuelle Situation in der SBC. Aber das, was ich von außen beobachte, macht mir Sorgen. Die Fliehkräfte zwischen extrem fundamentalistischen, konservativ moderaten, liberal moderaten und progressiven Strömungen zerren – wie an vielen anderen Gemeindebünden – auch an der SBC. Und könnten sie zerreissen. Das wäre ein herber Rückschlag, denn die SBC ist – neben aller berechtigen Kritik – auch eine große missionarische Kraft in den USA und in der ganzen Welt.

Idea: Gewaltandrohng gegen Vorsitzenden der WerteUnion

Offenbar linksextremistische Kreise haben dem Vorsitzenden der konservativen WerteUnion, Alexander Mitsch (Plankstadt bei Heidelberg), Gewalt angedroht. In den Briefkasten seines Privathauses seien „Hass-Schreiben mit Andeutung von Waffengewalt“ eingeworfen worden.

idea.de

Gewaltandrohung von linksextremistischen Kreisen? Das kann gar nicht sein, wurde doch wieder und wieder versichert, dass es gar keine linke Gewalt geben kann.

➡️ NZZ: Ehre deinen Vater, auch wenn er schwul ist?

Der richtige Umgang mit sexuellen Fragen ist eine der größten ethischen und seelsorgerischen Herausforderungen überhaupt.

Das zeigt sich auch im Interview zwischen einem homosexuellem Vater und seinem Sohn, dem Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz, der praktizierte Homosexualität ablehnt.

Das Interview zeigt die Spannung, die in diesem Thema steckt, aber auch, wie man trotz der Spannung respektvoll und liebevoll miteinander umgehen kann.

Quelle: NZZ „Ehre deinen Vater, auch wenn er schwul ist?“

Schirrmachers Plädoyer für eine evangelikale Streitkultur

„Allgemeines Priestertum“ und „Allein die Schrift“ oder „Ein Ende der Streitereien zwischen Evangelikalen“

Entscheide dich für Eines von Beiden☝🏼

Das ist sehr kurz zusammengefasst ein Fazit aus Schirrmachers Plädoyer für eine (konstruktive) evangelikale Streitkultur in „Glauben und Denken 2/2019“. Ich kann es nur sehr empfehlen.

Schirrmacher setzt sich darin mit Jürgen Mettes Buch „Die Evangelikalen“ auseinander. Mettes Buch habe ich nicht gelesen. Aber was Schirrmacher in diesem Artikel schreibt kann ich nur zustimmen. Die Disputatio – also das sachliche Streitgespräch von Personen mit unterschiedlichen Meinungen – gehört wesensmäßig zur christlichen und ganz besonders zur evangelikalen Tradition mit dazu. Und das ist nichts Schlechtes.

Das ließe sich nur verhindern, wenn man sich außer auf die Bibel auf eine andere, höhere Autorität beziehen würde, die die verschiedenen Auslegungen und Meinungen entweder verwirft oder in Einklang miteinander bringt. In der Katholischen Kirche ist das das kirchliche Lehramt mit dem Papst also letzter Instanz.

Die evangelische Tradition kennt das nicht. Das Ringen um das richtige Verständnis der Bibel kann also nur in einem nicht endenden Gespräch miteinander geschehen. Das ist anstrengend. Das ist zuweilen auch verletzend und geschieht nicht mit einem christlichen Geist. Daran müssen wir arbeiten. Aber wir dürfen die Freiheit miteinander zu streiten nicht aufgeben, um einen falschen Frieden zu schaffen – der am Ende entweder in Ausgrenzung der „unterlegenen“ Meinung mündet oder in einen „Waffenstillstand“, der den Streit nur unter die Oberfläche vergräbt, wo er weiter schwelt und jederzeit wieder explodieren kann.

Toolbox: Countdown Timer in DaVinci Resolve erstellen

Seit ein paar Wochen poste ich regelmäßig Countdown Timer, die wir seit Neuestem für unsere Gottesdienste verwenden.

Ich hatte nach bereits vorhandenen Timern gesucht. Diejenigen, die ich gefunden habe, waren entweder a) Müll oder b) Teuer oder c) Beides. Darum habe ich nach einem einfachen Weg gesucht, solche Timer selbst herzustellen.

Zum Glück gibt es diese Möglichkeit und das Allerbeste daran ist auch noch: Es kostet nichts!

Und zwar kann man das mit dem Programm „DaVinci Resolve“ von Blackmagic umsetzen. Das ist ein sehr umfangreiches und mächtiges Videobearbeitungsprogramm, das auch in aufwendigen Kinoproduktionen Verwendung findet. Für den einfachen Gebrauch ist es aber kostenlos. Es gibt daneben noch eine Studio-Variante, die knapp 300€ kostet und zusätzliche Funktionen bietet. Die kostenlose Variante ist für meinen Zweck aber mehr als Ausreichend.

Man muss nur bedenken, dass Resolve bestimmte Anforderungen an die Hardware hat. Will man umfangreichere Projekte umsetzen, dann sollten Prozess, RAM und Graphikkarte entsprechende Leistung bieten. Auf der anderen Seite verwende ich es auf meinem Mac Mini 2018 mit 8GB RAM und es lässt sich mit gewissen Einschränkungen nutzen. Wobei ich davon ausgehe, dass ich Probleme bekommen würde, wollte ich bestimmte Funktionen mehr ausreizen.

Gut ist auch, dass das Programm auf allen gängigen Plattformen läuft: Mac, Windows und Linux.

Nach ersten Gehversuchen, habe ich zunächst eine etwas aufwendigere Variante gefunden, um einen Countdown Timer umzusetzen. Das Ergebnis war aber noch etwas holprig. Beim Übergang von vollen Minuten zur nächsten Sekunde der nächsten Minute (z.b. 01:00 auf 00:59), sprang der Timer zu schnell auf die 58. Sekunde. Dadurch lief der Timer unrund, auch wenn das Endergebnis dennoch passte und er voll 5 Minuten runterzählte. Und es war auch sehr aufwendig den Timer umzuarbeiten, weil man mit Keyframes etc. arbeiten musste.

Ich bin jetzt auf ein Video gestoßen, dass den Prozess stark vereinfacht und auch das Problem mit den verkürzten Sekunden gelöst hat.

Ich habe das entsprechende Tutorial auf YouTube hier unten eingebettet. Dazu muss ich nur als Hinweis geben, dass man als Option bei Text+ in Resolve nicht auf „Texttimer“ sondern „Timecode“ zurückgreifen muss. Dann kann man, wie im Video gezeigt, in Fusion bei „Modifiers“ tatsächlich auch die Werte so einstellen, wie im Video gezeigt. Der Trick besteht darin, negative Werte für den Timecode zu verwenden und die passende Frameanzahl anzugeben. Dafür multipliziert man die benötigten Sekunden (z.B. 5*60=300) mit 24 Frames (oder der Frame-Anzahl, die man benötigt) und erhält dann das passende Ergebnis: 300*24=7200.