📚Armin Baum: Einleitung in das Neue Testament – Band 1

Auf diese Einleitung warte ich schon seit meiner Studienzeit an der FTH in Gießen. In einigen Vorlesungen von Prof. Baum wurden die Grundideen dieser Einleitung entwickelt und entfaltet. Von daher weiß ich, dass ein sehr spannendes Buchprojekt ist mit einigen neuen Ansätzen vor allem in der sog. „Synoptischen Frage“.

Mit 70€ ist das ein deftiger Preis, aber für eine wissenschaftliche Arbeit auf diesem Niveau ist das mehr als fair.

Selbstbestimmte Frauen sind eine Gefahr für die Selbstbestimmung der Frau

Ein interessantes Verständnis von Selbstbestimmung offenbart Barbara Stiegler – die ehemaliger Leiterin des Arbeitsbereiches Frauen- und Geschlechterforschung der Friedrich-Ebert-Stiftung – im Spiegel Interview:

Bestimmte Rollenkonstellationen wie die berühmten Cappuccino-Mütter sind schon eine Gefahr für die Gleichstellung. Sie machen dieselbe klassische Arbeitsteilung wie ihre Mütter, sagen aber, sie hätten sich das selbst ausgesucht. Das würde ich als Rollback bezeichnen, wenn Frauen dies als Selbstbestimmung definieren, anstatt auf die Strukturen zu gucken, die dazu führen.

Natürlich ist es eine Möglichkeit, dass eine bestehende gesellschaftliche Struktur es Frauen schwerer macht, sich gegen Hausarbeit und für einen Beruf zu entscheiden. Daran sollen der Staat und die Gesellschaft auch arbeiten.

Aber mich erschreckt doch immer wieder die Ansicht, dass alle Frauen, die sich für Hausarbeit entscheiden, nur tragische Opfer des Systems sind. Es könne auf keinen Fall sein, dass sie sich tatsächlich aus freien Stück selbst dafür entscheiden. Eine Frau bei gesundem Menschenverstand könnte das doch nicht wollen.

Interessant ist aber auch der Blick auf den Lösungsansatz für das Dilemma, dass Frauen weiterhin mehr Arbeit im Haushalt leisten. Die Lösung: Andere Personen – und damit faktisch andere Frauen – sollen für die Haushaltsarbeit eingestellt werden, damit Frau die Freiheit hat, wieder arbeiten zu gehen – möglicherweise im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen, denn in dem Bereich werden viele neue Arbeitskräfte benötigt, damit Frauen im Bereich der Hausarbeit entlastet werden, damit sie die Freiheit haben, wieder arbeiten zu gehen … Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Jeder Mann und jede Frau hat das Recht, eigene Lebensentscheidungen zu treffen. Und so gut es geht, soll der Staat dafür auch Voraussetzungen schaffen. Aber das kann nur in einem gewissen Rahmen funktionieren und dann stößt das System an seine Grenzen, die auch mit besten Absichten nicht zu überwinden sind. Für mich wird das durch das Interview ein Stückweit sichtbar.

Auf der anderen Seite sollte man bitte damit aufhören, die freiwillig gewählte Arbeit im eigenen Haushalt konstant schlecht zu reden – bis dahin, dass im Haus arbeitende Frauen zur Gefahr für die fortschreitende Emanzipierung stilisiert werden.

Arbeit – egal von wem und in welchem Umfeld geleistet – hat einen Wert in sich selbst und verdient entsprechende Anerkennung, unabhängig davon, ob sie bezahlt wird oder freiwillig unentgeltlich geleistet wird.

Und meine Frau hat im Haushalt mit drei Kindern nur selten Zeit, einen Cappuccino zu schlürfen …

➡️ Des Wissenschaftlers neue Kleider

Vor 20 Jahren hat Alan Sokal einen inhaltsleeren Quatschartikel in einem wissenschaftlichen Fachjournal platziert, um deutlich zu machen, wie anfällig das ganze wissenschaftliche System dafür geworden ist, das anzunehmen, was irgendwie richtig klingt, ohne, dass man wirklich verstanden hat, was da eigentlich gesagt wird.

Jetzt hat sich das Ganze wiederholt und macht deutlich, dass der Wissenschaftsbetrieb scheinbar nicht wirklich dazu gelernt hat. Zwei Forscher haben einen Aufsatz mit dem Titel „THE CONCEPTUAL PENIS AS A SOCIAL CONSTRUCT“ in einem Sozialwissenschaftlichem Fachjournal publiziert. Der Text selbst wurde dabei unter Zuhilfenahme eines Zufallsgenerators für Texte erstellt, wobei die Forscher auch selbst Hand angelegt haben.

Das Journal arbeitet mit dem sog. „Peer Review“ – das bedeutet, dass andere Wissenschaftler den Text begutachten und dann entscheiden, ob er veröffentlicht werden soll oder nicht.

Jemand weist zurecht darauf hin, dass damit noch nichts über Gender-Studies an sich als vielmehr über ein disfunktionales Fachzeitschriften-System ausgesagt wird. Und trotzdem ist es für den ganzen Wissenschaftsbetrieb bedenklich, dass die „Selbstreinigungskräfte“ nicht ordentlich funktionieren. Das wiederum spielt Wissenschafts-Kritikern und -Skeptikern in die Hände.

Interessant wäre es zu prüfen, ob bestimmte Fachgebiete anfälliger für dieses Phänomen sind als andere. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das der Fall ein dürfte. Ich denke, es ist nicht Zufall, dass beide Hoax-Artikel in sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht worden sind. Wenn man sich ernst gemeinte Artikel wie „Glaciers, gender, and science – A feminist glaciology framework for global environmental change research“ und „The politics of heterosexuality—a missing discourse in cancer nursing literature on sexuality: A discussion paper“ vor Augen hält, dann kann man vom Titel und auch den formulierten Inhalten nicht sofort einen Unterschied zu dem Fake-Aufsatz erkennen.

Offensichtlich besteht in den Sozialwissenschaften eine größere Sorge davor, plötzlich als Wissenschaftler ohne Kleider dazustehen – sich also einzugestehen, dass man gar nicht versteht, was da überhaupt geschrieben worden ist -, als in anderen Wissenschaftsbereichen. Das aber wäre dann kein gutes Urteil über diese Fachrichtung als Ganzes.

➡️ CT Pastors: How I Upgraded my Premarital Counseling

Ich habe mir vorgenommen, keine Trauung ohne ein intensives Ehevorbereitungsseminar durchzuführen. Gleich in der ersten Gemeindeversammlung habe ich angekündigt, niemanden zu trauen, der nicht mindestens sechs Monate vorher bei mir auftaucht, damit wir genug Zeit für Ehevorbereitung haben.

Ich weiß, dass nicht jeder meine Ansicht teilt und dass viele Paare, die heiraten wollen, nicht verstehen, was das eigentlich soll. Aber ich empfinde, dass ich mit der Trauung selbst auch ein Stückweit Verantwortung übernehme. Und die Statistiken deuten darauf hin, dass Ehevorbereitungskurse zwar keine Garantie für eine gute Ehe sind, aber dennoch den Verlauf einer Ehe positiv prägen können.

Richard Sweeney gibt in seinem Beitrag in CT Pastors einige Tipps für Ehevorbereitung aus seiner Erfahrung. Ich selbst verwende das Buch „Ehe ihr euch traut“ und habe gute Erfahrungen damit gemacht, auch wenn man sich dafür etwas Zeit einplanen muss.