Chrischona trennt sich vom Brunnen Verlag

Laut einer PRO Meldung trennt sich das Chrischona Gemeinschaftswerk von  seiner Literaturabteilung, zu der u.a. der Brunnen Verlag in Gießen gehört. 

Ich hoffe sehr, dass der Brunnen Verlag ein gutes neues Zuhause findet. Das ist war ein kleiner Verlag, aber einer der wenigen deutschen Verlage, der noch akademische und fachspezifische  evangelikale theologische Werke auflegt und damit finanziell immer wieder große Risiken eingeht. Das ist nämlich beileibe kein Massenmarkt. 

➡️Norbert Bolz über Luther

…zu Luthers Gedanken gehört, dass die Freiheit des Christenmenschen in seiner Gottesknechtschaft, die Furchtlosigkeit in seiner Gottesfurcht gründet. Erklären Sie uns bitte, wie das zusammengeht.

Ganz einfach: Wenn Sie vor dem absoluten, gnädigen Vater in die Knie gehen, brauchen Sie vor nichts anderem mehr Angst zu haben. Dann sind Sie frei. Das ist das Irre, das Tolle an dieser Sache: Wenn Sie sich einlassen auf den Glauben an den allmächtigen Gott, dann kann Ihnen nichts mehr passieren, dann sind Sie unantastbar. Sie unterwerfen sich dem absoluten Herrn – und brauchen keinen empirischen Herrn mehr zu fürchten. Der kann Ihnen zwar das Leben zur Hölle machen, aber das, was Ihre Identität ausmacht, ist gerettet und geheilt.

Ein sehr starkes Interview, in dem der Philosoph Norbert Bolz in der Wirtschaftswoche Luther besser erklärt und nahebringt, als die meisten Kirchenvertreter in allen kirchlichen Medien zusammen.

💡 Bloglexikon: Empörung

Empörung, die – Das bedeutendste Grundrecht unserer Gesellschaft, in Artikel 1 des Grundgesetzes verankert:

§1 Die Empörung des Menschen ist unantastbar.

Die gesellschaftlich angemessene Reaktion auf den Aufruf „Empört euch“ lautet nicht „worüber“, sondern „Wie laut?“. Dabei ist es unbedeutend, ob man selbst von dem Betroffen ist, was die Empörung auslöst.

Konnte man sich früher höchstens im Kreis seiner Freunde und Bekannten zu Hause oder an der Theke empören, so werden heutzutage immer häufiger Massenmedien wie Twitter und Facebook verwendet, um seiner Empörung Ausdruck zu verleihen.

💡 Bloglexikon: Twitter und Abkürzungen

Twitter – Ein im Jahr 2006 gegründeter Kurznachrichtendienst („Microblogging“). Die größte Besonderheit ist die Einschränkungen der Beiträge auf 140 Zeichen.

Twitter begann als Plattform, auf der die Benutzer unüberlegte, alltägliche Nichtigkeiten über ihr Essen, ihren Tagesablauf und andere Banalitäten veröffentlichen konnten.

Mittlerweile ist die Twitter eine wichtige Presseplattform, auf der u.a. gewählte Präsidenten ihre wohlüberlegten und weltbewegenden Beiträge veröffentlichen.

Die bereits erwähnte Besonderheit der Beschränkung auf 140 Zeichen zwingt den Benutzer dazu, seine Beiträge kurz und knapp zu halten.

Eine Möglichkeit, dieses Problem zu bewältigen, ist der Gebrauch von bildhaften Darstellungen („Emojis“) – 😀😉😵 – oder der reichhaltige Gebrauch von Abkürzungen. Manche Tweets erinnern dadurch eher an apokryphe Stenotexte als an deutsche Sprache. Beispiele sind OMG, LOL, WTF etc.

Abkürzungen sind teilweise unausweichlich, wenn ich nicht zu schnell an die Zeichengrenze bei Twitter stoßen möchte. Jede Abkürzung kann aber schnell zu Missverständnissen führen, kann eine Abkürzung auf Twitter doch niemals die gleiche Inhaltliche Tiefe bieten, die ein Lexikoneintrag in einer Enzyklopädie liefert. Aber dafür ist das hier Twitter, und das andere eine Enzyklopädie. Dieser Unterschied ist aber nicht jedem Geläufig, wodurch es zu Missverständnissen kommen kann.